Hyster: Betriebskosten durch Elektrostapler senken

Mit Anbaugeräten wie dieser speziellen Ballenklammer können auch Papierballen mühelos transportiert werden.

Mit Anbaugeräten wie dieser speziellen Ballenklammer können auch Papierballen mühelos transportiert werden.

Rund 30.000 Tonnen Kunststoff müssen jährlich bei der InnoRecycling AG in Eschlikon, Schweiz, bewegt werden. Das Werk in der Nähe von St. Gallen ist eines der wenigen in der Schweiz, das auf die Wiederverwertung von Kunststoffen aller Art spezialisiert ist. Um die Betriebskosten so gering wie möglich zu halten, setzt InnoRecycling jetzt ausschließlich auf Elektro-Gabelstapler von Hyster. Die leistungsstarke Flotte der Hyster® J2.5 XN hat die verbrennungsmotorischen Flurförderzeuge inzwischen fast komplett abgelöst.


Das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen verarbeitet heute sämtliche Kunststoffarten, darunter Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und das von Kunststoffflaschen bekannte PET. Bei InnoRecycling werden die Wertstoffe sortiert, zu Ballen gepresst und weltweit exportiert, beispielsweise nach Deutschland, Belgien, die Niederlande, China und Indien. Nur das PE wird von der Tochterfirma InnoPlatics AG direkt in der Schweiz zu Granulat weiterverarbeitet, aus dem dann Rohre oder Abfallsäcke in allen möglichen Größen und Farben entstehen.

„Vor eineinhalb Jahren haben wir damit begonnen, unsere Hyster Dieselstapler der Serie H2.0-3.5 FT mit einer Hublast von bis zu 3,5 Tonnen durch sieben zuverlässige Hyster® Elektrostapler der neuesten Generation zu ersetzen“, sagt Betriebsleiter Robert Müller. „Als Recyclingbetrieb wollten wir mit gutem Beispiel vorangehen, ökologischer arbeiten und den CO2-Ausstoß verringern.“

Überzeugt haben InnoRecycling aber vor allem die niedrigen Gesamtbetriebskosten der Hyster J2.0-3.5XN Elektrostapler. So amortisieren sich die um rund 15 bis 20 Prozent höheren Anschaffungskosten der Elektrostapler im Vergleich zu verbrennungsmotorischen Flurförderzeugen bereits innerhalb von sechs Jahren.

Jürg Vögeli von der Hyster Generalvertretung in der Schweiz, der HKS Fördertechnik AG, nennt als Beispiel den Energieverbrauch. Bei 2.000 Betriebsstunden und 250 Ladezyklen belaufen sich die Energiekosten eines Elektrostaplers auf knapp 2.000 Schweizer Franken pro Jahr, legt man einen Preis von 15 Rappen pro Kilowattstunde zugrunde. Bei einem mit Diesel betriebenen Stapler, der durchschnittlich 3,5 Liter pro Stunde benötigt, sind es bei einem Literpreis von 1,50 Franken insgesamt über 10.500 Schweizer Franken. „Die Ersparnis beträgt nur bei den Energiekosten mehr als 8.000 Schweizer Franken pro Jahr“, sagt Vögeli. Hinzu komme der deutlich geringere Wartungsaufwand. Während man bei einem vergleichbaren verbrennungsmotorischen Gabelstapler etwa sechs Prozent des Beschaffungspreises pro Jahr für Wartungskosten kalkulieren muss, sind es bei einem Elektrostapler gerade einmal drei Prozent. Grund hierfür sind geringere Wartungsintervalle, aber auch der geringere Verschleiß zum Beispiel bei den Reifen, da die Räder nicht durchdrehen. „Dies zeigt, dass sich durch die Umstellung von verbrennungsmotorischen Flurförderzeugen auf Elektrostapler die Gesamtbetriebskosten noch weiter, und zwar deutlich, reduzieren lassen“, sagt Vögeli.

Doch die Entscheidung hat sich InnoRecycling nicht leicht gemacht. So wurden probeweise Elektro-Gabelstapler der verschiedensten Hersteller getestet. In den Prozess wurden auch die Fahrer eingebunden, die anfangs lieber ihre verbrennungsmotorischen Maschinen behalten hätten. Denn das Ansprech- und Fahrverhalten der Elektrostapler unterscheidet sich erheblich von Dieselstaplern, zum Beispiel beim Drehmoment. Schlussendlich überzeugten die neuen Hyster Elektrostapler auch die Fahrer.

Die freie Rundumsicht, die Ergonomie des Fahrerarbeitsplatzes, die geringen Humanschwingungen und Vibrationen sowie die Wendigkeit der Elektrostapler, die auch unter beengten Platzverhältnissen operieren können, gaben schlussendlich den Ausschlag. „Uns hat vor allem die Robustheit und Zuverlässigkeit der Flurförderzeuge von Hyster beeindruckt“, sagt Betriebsleiter Müller. „Da wir vorher schon Maschinen von Hyster eingesetzt haben und viele Recyclingbetriebe in der Schweiz mit Hyster zusammenarbeiten, haben wir uns für die J2.0-3.5XN Serie entschieden, die bei uns auch unter härtesten Bedingungen zuverlässig im Einsatz ist.“

Für die harten Einsatzbedingungen bei InnoRecycling wurden die Stapler entsprechend ausgerüstet. So sorgen Hochfrequenzlader (HF-Lader) und eine Elektrolytumwälzung dafür, dass die Batterien innerhalb von sechs Stunden wieder aufgeladen sind. Zudem wurden Batterieladestecker eingebaut, die es ermöglichen den Stapler zu laden, ohne die Batterieabdeckung zu öffnen. Zusätzliche Lüfter saugen die Luft sofort ab, so dass sich im Chassis keine Gasblasen bilden können. Lediglich im Winter kommen die Batterien bei Minusgraden an ihre Leistungsgrenze. „Bei minus fünf Grad haben wir einen Kapazitätsverlust von 15 bis 20 Prozent“, sagt Vögeli. „Die Batterien müssen dann für den Betrieb in einer Schicht zwischengeladen werden.“ Ein kleines Manko, dass durch viele andere Vorteile der Elektrofahrzeuge gegenüber den Verbrenner aber wieder aufgewogen wird.

„Seitdem wir auf elektrischen Betrieb umgestiegen sind, haben sich auch die Schäden an den Staplern deutlich verringert“, sagt Müller. „Denn die Elektrofahrzeuge lassen sich im Vergleich zu verbrennungsmotorischen Flurförderzeugen viel präziser steuern und punktgenau abbremsen.“ Das erfordern nicht zuletzt die engen Platzverhältnisse bei InnoRecycling in Eschlikon. Dort kommt es auf jeden Meter an. Beim Be- und Entladen von Lkw genauso wie beim Bestücken von Seecontainern.

Die 18 Mitarbeiter des Entsorgungsbetriebes nutzen deshalb für jeden Einsatzzweck Stapler mit den unterschiedlichsten Anbaugeräten und einer spezieller Ausstattung. So werden für den Ladevorgang bei Seecontainer Flurförderzeuge mit einem besonders kurzen Mast eingesetzt, die direkt in den Container hineinfahren können. Bei LKWs kommen Stapler mit einer besonders speziellen Gabel und Armlängen von 1,8 Metern zum Einsatz, die das Be- und Entladen des Fahrzeuges von einer Seite aus ermöglichen. Mit Anbaugeräten wie der Ballenklammer von Stabau lassen sich die gepressten Kunststoffpakete einfach greifen und meterhoch stapeln. Lose Wertstoffe werden von den Elektrostaplern bei InnoRecycling beispielsweise mit einer drehbaren Klammergabel in Behältern und Boxen transportiert, die sich durch seitliches Kippen leicht entleeren lassen. „Um die Fahrer zu schützen, haben wir die Kabinen zudem mit einem besonders stabilen Dach ausgestattet, das auch starken Belastungen standhält“, sagt Müller. „So sind wir auch für die Zukunft gerüstet.“ Denn InnoRecycling erwartet, dass das Volumen der gesammelten Kunststoffe in den kommenden Jahren weiter ansteigt und immer mehr Wertstoffe von der Kunststofffolie bis zum Joghurtbecher recycelt werden. „Dann benötigen wir umso mehr robuste Stapler, die den harten Einsatzbedingungen und Anforderungen gewachsen sind.“

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