Keine Angst vor großen Brummern: Erfolgreiche Aus- und Weiterbildungskonzepte für Logistik durch die Hafenakademie Rhein-Ruhr

Dirk Schräder, Markus Brangenberg, Viktor Sawatzky,  Dennis Eder, Nadja Biewer, Frank Koslowski, die Lehrer tragen gelbe Jacken, die Schüler orangefarbene

Dirk Schräder, Markus Brangenberg, Viktor Sawatzky, Dennis Eder, Nadja Biewer, Frank Koslowski, die Lehrer tragen gelbe Jacken, die Schüler orangefarbene

Der Stadthafen Essen ist mit über 100 Hektar Fläche einer der größten Umschlagplätze Europas. Renommierte Industrie- und Logistikunternehmen wie Rhenus und HOCHTIEF haben sich hier niedergelassen. Mitten in der modernen Binnenhafenanlage entwickelt die Hafenakademie Rhein-Ruhr Aus- und Weiterbildungskonzepte für die Logistikbranche.

Der Standort in Essen existiert seit Ende 2009, die Schwesterakademie in Hamburg rund ein Jahr länger. Geschäftsführerin Andrea Vollmers war bereits zuvor in der Erwachsenenbildung tätig, ihr Schwager arbeitete bei einer Reederei. Gemeinsam kamen sie auf die Idee, Arbeitgeber im Hamburger Hafen zu befragen, was der perfekte Hafenarbeiter können und mitbringen muss. Auf Grundlage der Ergebnisse entwickelten sie die Konzepte für die Hafenakademie. Der Fokus liegt hierbei auf dem Umschlag schwerer Güter.

Auftraggeber der Hafenakademie sind vor allem Firmen, die entweder ihre Mitarbeiter zusätzlich oder Bewerber neu qualifizieren wollen. Aber auch Arbeitslose erhalten, in Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit, berufliche Qualifikationen. Zusätzlich werden für diese gezielt bei Firmen der Umgebung Arbeitsplätze gesucht.

Vorkenntnisse sind ebenso zweitrangig wie Ausbildung und Schulabschlüsse. „Wo unsere Schüler herkommen, wie alt sie sind, welche Schule sie besucht haben, das spielt alles keine Rolle: Zuverlässig und verantwortungsbewusst müssen sie sein. Ein guter Charakter lässt sich nicht am Schulabschluss festmachen“, erzählt Dirk Schräder, Qualitätsmanager und Marketingchef der Akademie, während er stolz das Praxisgelände präsentiert.

„In jedem großen Hafenterminal, ob Duisburg, Dortmund oder Essen, arbeiten von uns ausgebildete Spezialisten“, so Schräder. Ein Grund für den Erfolg der Akademie: In dieser Form ist sie einzigartig in Deutschland. „Wenn unsere Schüler fertig sind, können sie RICHTIG mit den Maschinen umgehen und dementsprechend auch in allen Bereichen eingesetzt werden.“

Zur praktischen Ausbildung an den Maschinen kommen theoretische Unterrichtseinheiten zu Warenumschlagsprozessen, Logistik und Transport, Ladungssicherung, Arbeitsschutz- und Sicherheit und vieles mehr.

Sämtliche Fahrzeuge, vom kleinen Stapler bis zu riesigen Reach Stackern, sind immer verfügbar und müssen nicht angemietet werden. In den ersten Stunden der praktischen Ausbildung machen sich die Schüler mit ihrem künftigen Arbeitsgerät vertraut. Ein Angebot das Schüler Dennis Eder nur zu gerne annimmt. Runde um Runde dreht er mit dem großen Schwerlastgabelstapler, bremst, gibt Gas, lernt Eigenschaften und Eigenheiten des Fahrzeugs kennen. Falls er vorher Angst vor dem großen Brummer hatte – jetzt ist davon nichts mehr zu sehen.

Auffallend ist, dass alle mit Spaß und Enthusiasmus bei der Sache sind – Lehrer und Schüler. Der Umgang miteinander ist locker und freundschaftlich. Wie wichtig Respekt, Fairness und Offenheit sind, ist schon im Leitbild der Akademie verankert. Nicht nur die Weitergabe von Fachwissen ist den Verantwortlichen wichtig, sondern auch die Vermittlung von sozialen Kompetenzen.

Ein Zitat aus dem Leitbild: „Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht immer der Lernende. Seine Wiedereingliederung in den regulären Arbeitsmarkt, oder seine berufliche Weiterbildung, die Förderung seiner Eigeninitiative und damit die Chance auf Selbstbestimmung und Selbstverantwortlichkeit sind unser maßgebliches Ziel.“

Dutzende Bilder hängen im Flur der Büroräume der Hafenakademie Rhein-Ruhr in Essen. Es sind Gruppenbilder von Lernenden und Lehrern, auseinanderzuhalten anhand der orangefarbigen und gelben Sicherheitsjacken. Sie alle haben eines gemeinsam: Begeisterte Gesichter. Über einigen steht: „Danke!“ Ein Beweis dafür, dass das Konzept der Hafenakademie funktioniert.

 

Bildungsschwerpunkte Hafen, Lager und Logistik

  • Maschinenführer Großgeräte
  • Flurförderzeuge
  • Fachkraft SCC-Sicherheitszertifikat
  • EU-Gefahrgutbeauftragter
  • ADR-Gefahrgutausbildung
  • Anschlagen von Lasten
  • Ladungssicherung
  • Betrieblicher Unfall-Ersthelfer
  • Containerpacken
  • Feuerlöschtraining
  • Berufskraftfahrerqualifikation
  • ISPS-Gefahrenabwehrplan
  • Abseiltraining
  • Unterweisungen

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